Der Winter stellt unsere Gesichtshaut vor besondere Herausforderungen: Kälte, Wind und trockene Heizungsluft können zu unangenehmen Problemen wie Trockenheit, Rötungen und Reizungen führen. In diesem Artikel teile ich, Erwin Merz, meine besten praktischen Ratschläge und bewährten Lösungen, damit Ihre Haut auch in der kalten Jahreszeit gesund, hydriert und strahlend bleibt.
Schützen Sie Ihre Haut im Winter: Die richtige Pflege gegen Trockenheit und Rötungen
- Der Winter erfordert eine angepasste Pflegeroutine mit reichhaltigeren Produkten und spezifischen Wirkstoffen.
- Stärken Sie die Hautbarriere gezielt mit Ceramiden, Squalan und Niacinamid.
- Sorgen Sie für intensive Feuchtigkeit mit Hyaluronsäure und Glycerin.
- Verwenden Sie milde Reiniger und schützen Sie Ihre Haut täglich mit Sonnenschutz (LSF 30+).
- Vermeiden Sie heiße Duschen und aggressive Peelings; ein Luftbefeuchter kann zusätzlich helfen.
Warum Ihre Haut im Winter SOS funkt: Die wahren Ursachen verstehen
Im Winter ist unsere Haut einem wahren Stresstest ausgesetzt. Die Kombination aus eisiger Kälte im Freien, schneidendem Wind und der trockenen Heizungsluft in Innenräumen bildet einen Cocktail, der die natürliche Schutzbarriere unserer Haut massiv schwächen kann. Dies führt unweigerlich zu einem erhöhten Feuchtigkeitsverlust, den wir dann in Form verschiedenster Symptome wahrnehmen.
Wenn die Hautbarriere nicht mehr intakt ist, verliert die Haut ihre Fähigkeit, Feuchtigkeit effektiv zu speichern und sich vor äußeren Einflüssen zu schützen. Die Folge sind die bekannten Winterhautprobleme: ein unangenehmes Spannungsgefühl, sichtbare Rötungen und manchmal sogar schuppige Stellen, die uns signalisieren, dass die Haut dringend Unterstützung benötigt.
Kälte, Wind und Heizungsluft: Der Stress-Cocktail für Ihre Hautbarriere
Lassen Sie uns genauer betrachten, was hier im Detail passiert: Bei Kälte verengen sich die Blutgefäße in der Haut, um den Wärmeverlust zu minimieren. Das ist zwar ein cleverer Schutzmechanismus des Körpers, bedeutet aber auch, dass die Haut weniger gut durchblutet und somit schlechter mit Nährstoffen versorgt wird. Gleichzeitig entzieht der Wind der Hautoberfläche Feuchtigkeit, ähnlich wie er Wäsche auf der Leine trocknet. Und die trockene Heizungsluft in unseren Wohnräumen tut ihr Übriges, indem sie der Haut kontinuierlich Wasser entzieht. All diese Faktoren zusammen greifen die natürliche Lipidschicht der Haut an und schwächen die Hautbarriere erheblich. Das Ergebnis ist eine poröse Barriere, durch die Feuchtigkeit leichter entweichen kann und Reizstoffe leichter eindringen.
Spannungsgefühl, Rötungen und Schuppen: Die typischen Hilferufe Ihrer Haut entschlüsseln
Diese geschwächte Barriere und der daraus resultierende Feuchtigkeitsverlust äußern sich in den typischen Winterhautproblemen. Das Spannungsgefühl ist oft das erste Anzeichen, gefolgt von sichtbaren Rötungen, die besonders empfindliche Hauttypen plagen. Nicht selten kommt es auch zu Schuppenbildung, da die Haut versucht, sich von den trockenen, abgestorbenen Zellen zu befreien. In extremen Fällen kann sich eine sogenannte Xerosis cutis, also eine extreme Hauttrockenheit, entwickeln, die mit Juckreiz und einem unangenehmen Brennen einhergeht. Auch bestehende Hautzustände wie Rosacea können sich im Winter durch die verstärkte Reizung deutlich verschlimmern. Es ist, als würde die Haut uns ganz klar sagen: "Ich brauche jetzt Hilfe!"

Die Winter-Pflegeroutine: Mehr als nur eine reichhaltigere Creme
Viele von uns neigen dazu, im Winter einfach eine etwas reichhaltigere Creme zu verwenden und denken, das würde genügen. Doch aus meiner Erfahrung kann ich Ihnen sagen: Die Wintermonate erfordern eine grundlegende Umstellung der Hautpflege. Die leichte Sommerroutine ist für die extremen Bedingungen der kalten Jahreszeit schlichtweg nicht ausreichend, um die Haut optimal zu schützen und zu pflegen.Sanfte Reinigung: Warum Sie jetzt Ihr Waschgel austauschen sollten
Aggressive, schäumende Reinigungsprodukte, die im Sommer vielleicht noch gut funktioniert haben, sind im Winter kontraproduktiv. Sie entziehen der Haut wichtige Lipide und trocknen sie zusätzlich aus, was die bereits geschwächte Hautbarriere weiter angreift. Ich empfehle dringend, auf sanftere Alternativen umzusteigen, die die Haut reinigen, ohne sie zu strippen.
- Reinigungsmilch: Sanft und feuchtigkeitsspendend, ideal für trockene Haut.
- Reinigungsöle: Lösen Make-up und Schmutz effektiv, ohne die Haut auszutrocknen.
- Reinigungsbalsame: Reichhaltig und nährend, hinterlassen ein angenehmes Hautgefühl.
Serum, das Wundermittel: Diese Wirkstoffe braucht Ihre Haut jetzt dringend
Seren sind wahre Kraftpakete, da sie hochkonzentrierte Wirkstoffe enthalten, die tief in die Haut eindringen können. Im Winter sind sie unverzichtbar, um gezielt auf die Bedürfnisse der Haut einzugehen. Hier sind die Schlüsselwirkstoffe, die ich Ihnen ans Herz lege:
- Hyaluronsäure: Ein exzellenter Feuchtigkeitsbinder, der Wasser in der Haut speichert und sie praller wirken lässt.
- Niacinamid (Vitamin B3): Stärkt die Hautbarriere, reduziert Rötungen und verbessert die Hautelastizität.
- Ceramide: Essenzielle Lipide, die die Hautbarriere wiederherstellen und schützen, indem sie Lücken in der Hautkittsubstanz füllen.
- Glycerin: Ein weiterer bewährter Feuchthaltefaktor, der Wasser anzieht und in der Haut bindet.
Die Wahl der richtigen Wintercreme: Worauf Sie bei der Textur achten müssen
Verabschieden Sie sich von leichten, gelbasierten Cremes, die im Sommer erfrischend waren. Im Winter braucht Ihre Haut reichhaltigere Formulierungen, die Lipide enthalten und eine schützende Schicht auf der Haut bilden. Denken Sie an Cremes oder Balsame, die eine etwas festere Textur haben. Diese Produkte helfen nicht nur dabei, die Hautbarriere zu stärken, sondern bilden auch eine okklusive Schicht, die den Feuchtigkeitsverlust effektiv verhindert. Sie sind der Schlüssel, um Ihre Haut vor den aggressiven Umwelteinflüssen zu schützen.
Sonnenschutz im Winter? Ein absolutes Muss für gesunde Haut!
Ein weit verbreiteter Mythos ist, dass Sonnenschutz im Winter unnötig sei. Das ist ein Irrtum, der Ihrer Haut schaden kann! UV-Strahlung ist das ganze Jahr über präsent, und gerade im Winter, wenn Schnee liegt, kann die Strahlung durch Reflexion sogar noch intensiver auf die Haut einwirken. Ich kann es nicht oft genug betonen: Täglicher Sonnenschutz mit einem Breitbandschutz von LSF 30 oder höher ist auch in der kalten Jahreszeit ein absolutes Muss, um Hautschäden, vorzeitiger Hautalterung und dem Risiko von Hautkrebs vorzubeugen.

Das Power-Wirkstoff-Lexikon für den Winter
Um Ihre Haut im Winter optimal zu versorgen, ist es hilfreich, die wichtigsten Inhaltsstoffe und ihre Funktionen zu kennen. Hier ist eine detaillierte Übersicht über die Power-Wirkstoffe, die ich für die kalte Jahreszeit empfehle.
Hyaluronsäure & Glycerin: Die Durstlöscher für Ihre Zellen
Diese beiden Inhaltsstoffe sind die unangefochtenen Meister der Hydratation. Hyaluronsäure kann ein Vielfaches ihres Eigengewichts an Wasser binden und bildet so ein Feuchtigkeitsdepot in der Haut, das sie praller und glatter erscheinen lässt. Glycerin ist ein weiterer bewährter Feuchthaltefaktor, der Wasser aus der Umgebung anzieht und in der Haut speichert. Zusammen sorgen sie für eine intensive und langanhaltende Hydratation, die besonders im Winter unerlässlich ist.
Ceramide & Squalan: Die Bodyguards für Ihre Hautbarriere
Wenn es um den Schutz und die Reparatur der Hautbarriere geht, sind Ceramide Ihre besten Freunde. Sie sind essenzielle Lipide, die natürlich in der Haut vorkommen und wie der "Mörtel" zwischen den Hautzellen wirken. Sie füllen Lücken in der Hautbarriere auf, stärken sie und verhindern so den Feuchtigkeitsverlust. Squalan ist ein nährendes Lipid, das aus Oliven oder Zuckerrohr gewonnen wird. Es ist dem natürlichen Hauttalg sehr ähnlich, zieht schnell ein und bildet einen leichten, okklusiven Film, der die Haut geschmeidig hält und den transepidermalen Wasserverlust minimiert.
Niacinamid & Panthenol: Die Beruhigungs-Spezialisten gegen Rötungen und Irritationen
Für gestresste, gerötete und irritierte Winterhaut sind Niacinamid (Vitamin B3) und Panthenol (Provitamin B5) wahre Wohltäter. Niacinamid ist ein Multitalent: Es stärkt nicht nur die Hautbarriere und reduziert Entzündungen, sondern hilft auch, Rötungen zu minimieren und die Hautelastizität zu verbessern. Panthenol ist bekannt für seine beruhigenden, regenerierenden und feuchtigkeitsspendenden Eigenschaften. Es fördert die Wundheilung und lindert Juckreiz, was es zu einem idealen Wirkstoff für empfindliche Winterhaut macht.Zusätzliche Pflege-Rituale, die den Unterschied machen
Neben der täglichen Routine gibt es einige ergänzende Schritte, die Ihre Winterhautgesundheit noch weiter verbessern können. Diese kleinen Rituale können einen großen Unterschied machen.
Feuchtigkeitsmasken: Der wöchentliche Spa-Moment für Ihr Gesicht
Gönnen Sie Ihrer Haut 1-2 Mal pro Woche eine extra Portion Pflege in Form einer feuchtigkeitsspendenden Maske. Diese Masken sind oft reich an den bereits genannten Wirkstoffen und können in kurzer Zeit eine intensive Hydratation liefern. Sie helfen, die Haut zu beruhigen, Spannungsgefühle zu lindern und ihr einen gesunden Glow zurückzugeben. Betrachten Sie es als einen kleinen Spa-Moment für Ihr Gesicht, der die Hautbarriere nachhaltig stärkt.
Lippen und Augenpartie: So schützen Sie die zartesten Zonen
Die Haut an den Lippen und um die Augen ist deutlich dünner und empfindlicher als im restlichen Gesicht. Sie besitzt weniger Talgdrüsen und ist daher besonders anfällig für Trockenheit und Risse im Winter. Verwenden Sie für die Lippen einen reichhaltigen Lippenbalsam, am besten mit LSF, und tragen Sie ihn regelmäßig auf. Für die Augenpartie empfehle ich eine spezielle, nährende Augencreme, die Feuchtigkeit spendet und die zarte Haut schützt, ohne sie zu überfordern.
Ein Luftbefeuchter: Die Geheimwaffe gegen trockene Heizungsluft
Ich kann es nur immer wieder betonen: Die trockene Heizungsluft ist ein Hauptfeind unserer Haut im Winter. Ein Luftbefeuchter in den Wohn- und Schlafräumen kann hier Wunder wirken. Er erhöht die Luftfeuchtigkeit, wodurch weniger Feuchtigkeit von Ihrer Haut an die Umgebung abgegeben wird. Das Ergebnis ist eine spürbar hydriertere und angenehmere Haut. Es ist eine einfache, aber unglaublich effektive Maßnahme, die oft unterschätzt wird.
Die häufigsten Pflegefehler im Winter und wie Sie sie einfach vermeiden
Manchmal sind es gerade die Gewohnheiten, die wir unbewusst pflegen, die unserer Haut im Winter am meisten zusetzen. Lassen Sie uns die häufigsten Fehler beleuchten und wie Sie diese ganz einfach vermeiden können.
Falle Nr. 1: Zu heißes und zu langes Duschen
Nach einem kalten Tag sehnt sich der Körper nach einer heißen Dusche. Doch Vorsicht: Heißes und zu langes Duschen entzieht der Haut ihre natürlichen Öle und zerstört den schützenden Hydrolipidfilm. Das Ergebnis ist eine noch trockenere und dehydriertere Haut. Mein Tipp: Duschen Sie kürzer und verwenden Sie lauwarmes Wasser. Ihre Haut wird es Ihnen danken.
Falle Nr. 2: Aggressive Peelings und ihre Folgen
Im Winter ist die Hautbarriere bereits gestresst und empfindlicher. Aggressive chemische Peelings (z. B. mit hohen Konzentrationen an Säuren) oder physikalische Peelings mit groben Partikeln können die Haut zusätzlich reizen, die Barriere weiter schädigen und zu Rötungen und Irritationen führen. Reduzieren Sie die Häufigkeit von Peelings oder steigen Sie auf sehr milde Enzympeelings um, die sanfter zur Haut sind.Falle Nr. 3: Die Pflege von innen vergessen Ernährungstipps für strahlende Haut
Hautpflege ist nicht nur eine Frage der äußeren Anwendung, sondern beginnt auch von innen. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist entscheidend: Trinken Sie viel Wasser und ungesüßten Tee, um Ihre Hautzellen hydriert zu halten. Auch die Ernährung spielt eine wichtige Rolle. Setzen Sie auf Lebensmittel, die reich an Omega-Fettsäuren sind, da diese die Hautbarriere von innen stärken und entzündungshemmend wirken.
- Fettreicher Fisch: Lachs, Makrele, Hering
- Nüsse und Samen: Walnüsse, Leinsamen, Chiasamen
- Pflanzliche Öle: Leinöl, Rapsöl, Olivenöl
- Avocado: Reich an gesunden Fetten und Vitamin E
Ihr Fahrplan für eine perfekt gepflegte Haut durch die kalte Jahreszeit
Mit den richtigen Strategien und Produkten können Sie Ihre Haut optimal durch den Winter bringen. Hier ist Ihr praktischer Fahrplan, der alle wichtigen Schritte zusammenfasst und Ihnen hilft, eine effektive Routine zu etablieren.
Eine beispielhafte Morgen- und Abendroutine Schritt für Schritt
Hier skizziere ich eine Routine, die die besprochenen Elemente integriert:
Morgenroutine
- Sanfte Reinigung: Gesicht mit milder Reinigungsmilch oder -öl reinigen.
- Serum: Ein feuchtigkeitsspendendes Serum mit Hyaluronsäure und/oder Niacinamid auftragen.
- Augencreme: Eine spezielle Augencreme sanft einklopfen.
- Wintercreme: Eine reichhaltige Gesichtscreme mit Ceramiden oder Squalan verwenden.
- Sonnenschutz: Breitbandschutz mit LSF 30+ als letzten Schritt auftragen.
- Lippenpflege: Lippenbalsam mit LSF nicht vergessen.
Abendroutine
- Gründliche Reinigung: Make-up und Schmutz mit Reinigungsöl oder -balsam entfernen.
- Zweite Reinigung (optional): Bei Bedarf mit einer milden Reinigungsmilch nachreinigen.
- Serum: Ein reparierendes Serum mit Ceramiden oder Niacinamid auftragen.
- Augencreme: Augencreme sanft auftragen.
- Reichhaltige Nachtcreme: Eine nährende, okklusive Creme, eventuell mit Sheabutter oder Squalan, verwenden.
- Lippenpflege: Eine extra dicke Schicht Lippenbalsam auftragen.
- Maske (1-2x pro Woche): Anstelle des Serums oder nach dem Serum eine feuchtigkeitsspendende Maske anwenden.
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Wann ist der richtige Zeitpunkt, um auf die Winterpflege umzusteigen?
Der Übergang zur Winterpflege sollte nicht erst erfolgen, wenn Ihre Haut bereits SOS funkt. Ich empfehle, die Routine anzupassen, sobald die Temperaturen konstant unter 10 Grad Celsius sinken und die Heizperiode beginnt. Achten Sie auf die ersten Anzeichen von Trockenheit oder Spannungsgefühl. Es ist immer besser, proaktiv zu handeln und Ihre Haut auf die kommenden Herausforderungen vorzubereiten, anstatt erst zu reagieren, wenn die Probleme schon da sind.
