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Kinnhaare bei Frauen: Schilddrüse als Ursache? Symptome & Diagnose

Erwin Merz

Erwin Merz

16. September 2025

Kinnhaare bei Frauen: Schilddrüse als Ursache? Symptome & Diagnose

Inhaltsverzeichnis

Dieser Artikel beleuchtet den Zusammenhang zwischen unerwünschtem Haarwuchs am Kinn bei Frauen (Hirsutismus) und möglichen Schilddrüsenerkrankungen. Erfahren Sie, wie hormonelle Ungleichgewichte das Haarwachstum beeinflussen können und welche Schritte Sie zur Diagnose und Behandlung unternehmen können, um Ihr Wohlbefinden zu verbessern.

Hirsutismus am Kinn und die Schilddrüse ein hormonelles Zusammenspiel verstehen

  • Unerwünschter Haarwuchs am Kinn (Hirsutismus) kann ein Symptom einer hormonellen Dysbalance sein, die oft mit einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) in Verbindung steht.
  • Schilddrüsenhormone regulieren den Stoffwechsel und beeinflussen die Produktion männlicher Hormone (Androgene); eine Unterfunktion kann zu einem relativen Androgenüberschuss führen, der Haarwachstum anregt.
  • Obwohl die Schilddrüse eine Rolle spielen kann, ist das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) die häufigste Ursache für Hirsutismus.
  • Die Diagnose erfolgt durch Bluttests zur Überprüfung der Schilddrüsen- und Androgenwerte sowie gegebenenfalls bildgebende Verfahren.
  • Die Behandlung zielt auf die zugrunde liegende Ursache ab, z.B. Hormonersatztherapie bei Schilddrüsenunterfunktion, ergänzt durch kosmetische Haarentfernungsmethoden.
  • Ein ganzheitlicher Ansatz, der Ernährung und Stressmanagement einschließt, unterstützt die Hormonbalance.

Frau mit Kinnhaaren und Schilddrüsen-Grafik

Unerwarteter Haarwuchs am Kinn: Wie die Schilddrüse beteiligt sein kann

Unerwünschter Haarwuchs im Gesicht, insbesondere am Kinn, ist für viele Frauen ein sensibles Thema, das oft mit Verunsicherung verbunden ist. Medizinisch sprechen wir hier von Hirsutismus, einer Form des Haarwachstums, die dem männlichen Verteilungsmuster entspricht. Es ist wichtig zu verstehen, dass dies kein kosmetisches Problem im herkömmlichen Sinne ist, sondern oft ein Hinweis auf ein tieferliegendes hormonelles Ungleichgewicht sein kann.

Das Haarwachstum wird maßgeblich durch Hormone gesteuert. Insbesondere die männlichen Geschlechtshormone, die sogenannten Androgene, spielen hier eine entscheidende Rolle. Bei Frauen werden Androgene in geringen Mengen in den Eierstöcken und Nebennieren produziert. Ein Überschuss oder eine erhöhte Empfindlichkeit der Haarfollikel gegenüber diesen Hormonen kann zu verstärktem Haarwachstum an typisch männlichen Stellen wie dem Kinn, der Oberlippe oder dem Brustbereich führen. Hier kommt die Schilddrüse ins Spiel, denn ihre Hormone sind eng in das komplexe System der Hormonregulation eingebunden.

Der Hauptverdächtige: Wie die Schilddrüse das Haarwachstum beeinflusst

Die Schilddrüse, ein kleines, schmetterlingsförmiges Organ am Hals, mag unscheinbar wirken, doch ihre Funktion ist für unseren gesamten Stoffwechsel und das hormonelle Gleichgewicht von zentraler Bedeutung. Sie produziert die Hormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Thyroxin), die nahezu jede Zelle im Körper beeinflussen. Sie regulieren den Energieverbrauch, die Körpertemperatur und sind auch an der Steuerung der Fortpflanzungsorgane und Nebennieren beteiligt, die wiederum Androgene produzieren.

Wenn die Schilddrüse nicht ausreichend Hormone produziert ein Zustand, den wir als Schilddrüsenunterfunktion oder Hypothyreose bezeichnen , gerät dieser fein abgestimmte Prozess ins Wanken. Eine Unterfunktion kann dazu führen, dass das Gleichgewicht zwischen weiblichen und männlichen Hormonen gestört wird. Es kommt zu einem relativen Überschuss an Androgenen, selbst wenn die absoluten Werte im Normbereich liegen. Dieser relative Androgenüberschuss regt dann das Wachstum von Terminalhaaren an androgenempfindlichen Stellen wie dem Kinn an. Manchmal sehe ich in meiner Praxis, dass Patientinnen mit einer diagnostizierten Hypothyreose berichten, dass der unerwünschte Haarwuchs erst mit dem Auftreten der Schilddrüsenprobleme begann.

In Deutschland sind Schilddrüsenerkrankungen weit verbreitet, und die Hypothyreose ist eine der häufigsten Formen. Daher ist es für mich immer wichtig, bei unerklärlichem Hirsutismus auch die Schilddrüsenfunktion genau zu beleuchten, um keine wichtige Ursache zu übersehen.

Ist es wirklich die Schilddrüse? Weitere mögliche Ursachen für Hirsutismus

Obwohl die Schilddrüse eine Rolle spielen kann, ist es wichtig zu betonen, dass Hirsutismus oft auch andere Ursachen hat. Eine umfassende Diagnostik ist daher unerlässlich, um die genaue Ursache zu finden und eine zielgerichtete Behandlung einzuleiten. Aus meiner Erfahrung weiß ich, dass die Schilddrüse zwar ein wichtiger Faktor sein kann, aber nicht immer der alleinige Übeltäter ist.

  • Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS): Dies ist die mit Abstand häufigste Ursache für Hirsutismus. PCOS ist eine komplexe Hormonstörung, die durch eine Überproduktion von Androgenen in den Eierstöcken gekennzeichnet ist. Begleitsymptome sind oft unregelmäßige oder ausbleibende Perioden, Akne, Haarausfall auf dem Kopf und Schwierigkeiten, schwanger zu werden.
  • Genetische Veranlagung: Manchmal liegt Hirsutismus einfach in der Familie. Wenn Ihre Mutter oder Großmutter ebenfalls mit stärkerem Haarwuchs zu kämpfen hatte, kann dies ein Hinweis auf eine genetische Prädisposition sein, auch ohne eine zugrunde liegende Hormonstörung.
  • Medikamente: Bestimmte Medikamente können als Nebenwirkung Haarwachstum fördern. Dazu gehören beispielsweise einige Anabolika, bestimmte Immunsuppressiva oder Medikamente zur Behandlung von Epilepsie. Es ist immer wichtig, alle eingenommenen Medikamente mit dem Arzt zu besprechen.

Symptome richtig deuten: Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?

Unerwünschter Haarwuchs am Kinn ist für viele Frauen nicht nur ein kosmetisches Problem, sondern kann auch psychisch belastend sein. Wenn Sie feststellen, dass der Haarwuchs plötzlich zunimmt, sich in seiner Beschaffenheit ändert oder von weiteren Symptomen begleitet wird, sollten Sie unbedingt ärztlichen Rat einholen. Gerade bei einer möglichen Schilddrüsenunterfunktion gibt es eine Reihe von Begleitsymptomen, die über die Kinnhaare hinausgehen und ein klares Warnsignal darstellen können.

Ich empfehle Ihnen, auf die folgenden Anzeichen zu achten, die einen Arztbesuch rechtfertigen:

  1. Müdigkeit und Antriebslosigkeit: Sie fühlen sich ständig erschöpft, obwohl Sie ausreichend schlafen, und haben Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren.
  2. Unerklärliche Gewichtszunahme: Obwohl sich Ihre Essgewohnheiten nicht geändert haben, nehmen Sie zu.
  3. Kälteempfindlichkeit: Sie frieren schneller als andere, selbst bei angenehmen Temperaturen.
  4. Trockene Haut und brüchige Nägel: Ihre Haut ist auffallend trocken, schuppig, und Ihre Nägel brechen leicht ab.
  5. Verstopfung: Verdauungsprobleme, insbesondere chronische Verstopfung, können ein Hinweis sein.
  6. Stimmungsschwankungen oder Depressionen: Sie fühlen sich niedergeschlagen, reizbar oder haben depressive Verstimmungen.
  7. Haarausfall auf dem Kopf: Paradoxerweise kann eine Schilddrüsenunterfunktion neben Hirsutismus auch zu diffusem Haarausfall am Kopf führen.
  8. Unregelmäßige Menstruation: Ihr Zyklus ist unregelmäßig, die Blutungen sind stärker oder schwächer als gewohnt.

Die richtigen Ansprechpartner für diese Symptome sind Ihr Hausarzt, der eine erste Einschätzung vornehmen und Bluttests veranlassen kann. Bei Verdacht auf eine hormonelle Störung wird er Sie an einen Endokrinologen (Hormonspezialisten) oder einen Gynäkologen überweisen, die die weitere Diagnostik und Behandlung übernehmen können.

Der Weg zur klaren Diagnose: Diese Untersuchungen erwarten Sie

Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihre Schilddrüse oder ein anderes hormonelles Ungleichgewicht für Ihren Hirsutismus verantwortlich sein könnte, ist der erste Schritt immer ein ausführliches Gespräch mit Ihrem Arzt. Bereiten Sie sich darauf vor, indem Sie eine Liste Ihrer Symptome, Ihrer Medikamente und Ihrer Familiengeschichte erstellen. Ich empfehle meinen Patientinnen immer, sich auch Notizen zu machen, wann die Symptome begonnen haben und wie sie sich entwickelt haben. Das hilft uns Ärzten, ein klares Bild zu bekommen.

Die entscheidenden Untersuchungen sind in der Regel Bluttests. Dabei werden nicht nur die Schilddrüsenwerte wie TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon), fT3 und fT4 überprüft, sondern auch die Spiegel männlicher Hormone (Androgene), wie beispielsweise Testosteron. Diese Werte geben uns Aufschluss darüber, ob eine Schilddrüsenunterfunktion vorliegt oder ob ein Androgenüberschuss aus anderen Quellen, wie den Eierstöcken, die Ursache ist. Bei Auffälligkeiten kann auch eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse oder der Eierstöcke notwendig sein, um strukturelle Veränderungen oder Zysten (im Falle von PCOS) zu erkennen.

Endlich eine Lösung: Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die gute Nachricht ist: Wenn die Ursache für Ihren Hirsutismus gefunden ist, gibt es in der Regel wirksame Behandlungsmöglichkeiten. Steckt eine Schilddrüsenunterfunktion dahinter, besteht die Therapie in der Regel aus einer Hormonersatztherapie mit L-Thyroxin. Dieses Medikament ersetzt die fehlenden Schilddrüsenhormone und stellt das hormonelle Gleichgewicht im Körper wieder her. Wenn die Schilddrüsenwerte wieder im Normbereich liegen, kann sich auch der Haarwuchs normalisieren oder zumindest deutlich verlangsamen. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass bereits vorhandene Haare nicht verschwinden werden; die Behandlung zielt darauf ab, das weitere Wachstum zu reduzieren und die Haarstruktur zu verbessern.

Parallel zur Behandlung der Ursache gibt es verschiedene kosmetische Methoden, um unerwünschte Haare zu entfernen. Die Wahl der Methode hängt von Ihren persönlichen Vorlieben, Ihrem Haut- und Haartyp sowie Ihrem Budget ab:

Methode Beschreibung & Wirkung Vor- und Nachteile
Rasieren Kurzfristige Entfernung der Haare an der Hautoberfläche. Vorteile: Schnell, schmerzlos, kostengünstig. Nachteile: Sehr kurzlebig (täglich/alle 2 Tage nötig), kann zu Stoppelbildung und Hautreizungen führen.
Zupfen Haare werden einzeln mit einer Pinzette an der Wurzel entfernt. Vorteile: Hält länger als Rasieren (mehrere Tage bis eine Woche), präzise. Nachteile: Zeitaufwendig, schmerzhaft, kann zu eingewachsenen Haaren und Entzündungen führen.
Wachsen Haare werden mittels Wachsstreifen oder Warmwachs entfernt. Vorteile: Hält 2-4 Wochen, entfernt Haare samt Wurzel, nachwachsende Haare feiner. Nachteile: Schmerzhaft, kann Hautreizungen verursachen, nicht für sehr kurze Haare geeignet.
Laserbehandlung Dauerhafte Haarreduktion durch Zerstörung der Haarfollikel mit Laserlicht. Vorteile: Langfristige Haarreduktion, nachwachsende Haare feiner und weniger. Nachteile: Mehrere Sitzungen nötig, hohe Kosten, nicht bei sehr hellen Haaren wirksam, kann schmerzhaft sein.
Nadelepilation (Elektrolyse) Dauerhafte Haarentfernung durch gezielte Zerstörung jedes Haarfollikels mit Strom. Vorteile: Einzige Methode zur dauerhaften Haarentfernung, für alle Haarfarben geeignet. Nachteile: Sehr zeitaufwendig und teuer, schmerzhaft, erfordert erfahrene Spezialisten.

Mehr als nur Medikamente: Was Sie selbst für Ihre Hormonbalance tun können

Neben der medizinischen Behandlung der zugrunde liegenden Ursache können Sie selbst aktiv werden, um Ihre Hormonbalance zu unterstützen und Ihr allgemeines Wohlbefinden zu verbessern. Ein ganzheitlicher Ansatz, der den Lebensstil berücksichtigt, gewinnt in der Hormonforschung zunehmend an Bedeutung. Ich ermutige meine Patientinnen immer, diese Aspekte nicht zu unterschätzen.

Eine ausgewogene Ernährung spielt eine Schlüsselrolle. Eine Ernährung, die reich an unverarbeiteten Lebensmitteln, viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und gesunden Fetten ist, kann Entzündungen reduzieren und die Hormonproduktion positiv beeinflussen. Insbesondere eine ausreichende Zufuhr von Jod, Selen und Zink ist wichtig für die Schilddrüsengesundheit. Auch das Stressmanagement ist entscheidend. Chronischer Stress kann das hormonelle System durcheinanderbringen und die Produktion von Androgenen beeinflussen. Techniken wie Yoga, Meditation, Achtsamkeitsübungen oder einfach regelmäßige Spaziergänge in der Natur können helfen, den Stresspegel zu senken und so indirekt auch die Hormonbalance zu unterstützen.

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Ich bin Erwin Merz und beschäftige mich seit über zehn Jahren intensiv mit den Themen rund um Schönheit und persönliche Pflege. In dieser Zeit habe ich als erfahrener Content Creator zahlreiche Artikel verfasst, die sich mit den neuesten Trends, Techniken und Produkten in der Schönheitsbranche auseinandersetzen. Mein Ziel ist es, meinen Lesern fundierte Informationen zu bieten, die ihnen helfen, informierte Entscheidungen zu treffen. Ich habe ein besonderes Interesse an der Analyse von Markttrends und der Bewertung von Schönheitsprodukten, wobei ich stets darauf achte, komplexe Daten verständlich und nachvollziehbar aufzubereiten. Durch meine objektive Herangehensweise und sorgfältige Recherche stelle ich sicher, dass die Informationen, die ich teile, sowohl aktuell als auch vertrauenswürdig sind. Mein Engagement gilt der Bereitstellung von qualitativ hochwertigen Inhalten, die meinen Lesern einen echten Mehrwert bieten.

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